Vydra erleben

Modravský potok

Ein weiterer Fluss, aus dem sich in Modrava die Vydra bildet, ist der Modravský potok. Dieser entsteht durch den Zusammenfluss von dem Luzenský und dem Březnický potok am nördlichen Ende der Einöde Březník. Dort in dem breiten Tal Luzenské údolí haben wir einen fantastischen Blick auf den sechsthöchsten Berg des Böhmerwaldes, dem Lusen mit seiner Höhe von 1373 Metern. Wir wandern von Modrava entlang des Flusses. Der fahrbare Weg verläuft idyllisch und sanft bis sich dieser weit ins obere Tal öffnet . Wichtig zu wissen, dieses Tal ist der kälteste und regenreichste Ort im Böhmerwald,
aber ein Paradies. Unser Ziel ist das ehemalige Forsthaus Pürstling, das heute ein Informationszentrum mit einer Gaststätte und einer Ausstellung über den Schriftsteller Karel Klostermann ist.

Am oberen Modravský potok
Am oberen Modravský potok

 


Der Březník ist von Modrava acht Kilometer entfernt. Als der Vchynicko-Tetovský plavební kanál gebaut wurde, konnte auch dieser Ort zur Holzgewinnung genutzt werden. Aus diesem Grund wurde das Forsthaus Pürstling gebaut. Bis 1951 war dieses Gebäude aktiv, wurde dann wegen der neu errichteten Grenze zu Bayern aufgegeben. Das Haus von 1998 bis 2002 wieder aufgebaut ist heute ein Informationszentrum mit einer bei Wanderern beliebten Gaststätte. Bei einer Pause kann man hier einen Schluck Lyer Bier genießen.

Am oberen Modravský potok
Am oberen Modravský potok

 

„Aus der Welt der Waldeinsamkeiten“ von Karl Klostermann:
„ ...Steigst du aus der Tür des Forsthauses, steht der Lusen vor dir, in Richtung südliches Gefilde. Er steht hier, mit weißlichem, zittrigem Kopf und in weißen Nebel gehüllt. Er steht hier bewegungslos, schweigt ewig, als hätte er die Änderungen der letzten Dekade bereut. Aus der rechten, westlichen Seite – das Gefilde Plattenhausen umfassend, sieht man den großen und kleinen Spitzberg, aus der linken, östlichen Seite, Moorkopf und Marberg, alle von dem Wald bewachsen bis zu den Gipfeln ...... es gibt keine Schlucht zwischen diesen Bergen, nur einige schmale Tälchen an den Füßen der mäßigen Hänge; lauter Moorwüsten, schreckliche, bewegungslose, jederzeit monotone bis zur Verzweiflung. Der miserable Wald kann wegen dem Winter und der Feutigkeit nicht wachsen. Nur kriechendes Krummholz wuchert, durch welches kein Weg führt. Zahllose Stämme morschen und faulen auf der Erde; unter ihnen und um sie herum fließt schwarzes Wasser, das sich hier und dort in tiefen Pfützen sammelt.“

Übersicht Modravsky potok
Übersicht Modravsky potok

Ein Holzforsthaus stand hier seit dem Jahr 1804. 1856 wurde es durch einen fünfzig Meter langen Steinbau und durch eine Scheune sowie ein Schutzdach für die Kutsche und den Schlitten ersetzt. Eine Aufgabe der Reviermänner war schon damals, die Auerhahnbewegungen zu kontrollieren. Der Auerhahn befand sich zahlreich in diesem Gebiet und wurde zur beliebten Zielscheibe von fürstlichen Gästen. Weitere Aufgaben, die über das Forsthaus erledigt wurden, waren die Kontrolle des Abbaus von Holz und dessen Transport sowie die Erneuerung der abgeholzten Fläche.

Der Březník im Lusental, das ehemalige Forsthaus Pürstling
Der Březník im Lusental, das ehemalige Forsthaus Pürstling

 

 

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Fotos, Skizzen & design © Bernd Willi Heinz Richter